Personen
Kommunikations- wissenschaft / Soziale Kommunikation
Kommunikations- wissenschaft mit Schwerpunkt Vergleichende Analyse von Medien- systemen / Kommunikations- kulturen
Vergleichende Literatur- wissenschaft - Schwerpunkt Kultur-, und Medientheorie, Mediengeschichte
Empirische Kommunikations- forschung / Methoden
Kommunikations- wissenschaft mit Schwerpunkt Medienintegration
Projekt: Brief in der Gesellschaft
CLIC - Computer based Learning: Introduction to Communications
Ernährungs- information im Fernsehen
Auslandsrundfunk im "Dialog der Kulturen"
Ehemalige Mitarbeiter
M.A.-Studium
B.A.-Studium

Vergleichende Literaturwissenschaft - Schwerpunkt Kultur-, und Medientheorie, Mediengeschichte

Lehrstuhl von Prof. Dr. Michael Giesecke

  

Medienwandel Die Analyse von medialen Umbruchsphasen wird gegenwärtig durch die Orientierung an den Idealen und Konzepten der Buch- und Industriekultur erschwert. Gerade die Erfolge dieser Epoche haben zu Mystifizierungen von technischen Massenmedien, sprachlichem Wissen, Verstand und Gefühl geführt. Die Klärung solcher Mythen mit den Instrumenten einer langfristigen Trendforschung ist ein Schwerpunkt des Lehrstuhls ‚Vergleichende Literaturwissenschaft/Kultur- und Medientheorie, Mediengeschichte’. Eine Antwort auf die Frage, was nach oder neben der Buchkultur kommen kann und soll, fällt nicht leicht. Um die Dynamik der Kommunikations- und Mediengeschichte zu verstehen, reicht weder die isolierte Betrachtung von Wiederholungsphänomenen noch von radikalen Innovationen oder die Extrapolation von quantifizierbaren Trends aus. Geschichte emergiert aus dem Zusammenspiel konservierender, revolutionärer und reformistischer Prozesse. Kulturen funktionieren als Ökosysteme.

Das Gegenteil der bislang bevorzugten technisierten Massenkommunikation und der strategischen Diskurse sind Dialoge. Großgruppenveranstaltungen wie Open space und Zukunftswerkstätten, gruppendynamische Trainingslaboratorien, generative Dialoge in Betrieben, Projektmanagement, themenzentrierte soziale Selbstreflexion in Beratung und Therapie, körperzentrierte Selbsterfahrung und Arbeit mit kreativen Medien z. B. im Rahmen des systemischen Managements, all dies sind kulturelle Errungenschaften der letzten 100 Jahre, die es in Lehre und Forschung zu entwickeln und zu reflektieren gilt.

Kulturwandel

Keine Kommunikationsform und kein Medium für sich allein eignet jedoch sich als Paradigma für Visionen in einer postindustriellen Kultur. Vielmehr wird es darum gehen, das ökologische Zusammenwirken von Dialogen und interaktionsarmer Kommunikation, von Sprache, technischen Medien und leiblichen Verhalten von assoziativer und logischer Intelligenz zu gestalten. Zur Entwicklung einer ökologischen Kommunikationskultur war die Industriegesellschaft nicht in der Lage, weil sie auf Hierarchisierung der Medien und Erkenntnisformen statt auf Balance setzte (und noch immer setzt).

Ästhetikwandel

Gegenwärtig wandert die Aufmerksamkeit vom Leitmedium Buch und den interaktionsarmen monomedialen Kommunikationsformen hin zur Intermedialität, also zum ökologischen Zusammenwirken von Sprache, digitalen Bildern und dem leiblichen Verhalten sowie der zugehörigen Erkenntnis- und Kommunikationsformen. Viele neue Wege sind dabei zuerst in der Kunstszene beschritten. Deshalb ist ästhetische Kommunikation und Mediengestaltung ein wichtiges Feld in Ausbildung und Forschung. Kunst als mediales und als Kommunikationsphänomen spiegelt einerseits die kulturellen Bedingungen einer Zeit, nimmt sich aber auch die Freiheit, diese zu unterlaufen und alternative Sichtweisen zu entwickeln. Daher trägt ihre Erforschung zum einen zur historischen und gegenwärtigen Analyse kommunikativer Wandlungsprozesse bei.

Jede Kultur ist multimedial, synästhetisch und massiv parallel verarbeitend aufgebaut. Die Kommunikations- und Medienwissenschaft in Erfurt versucht dieser Tatsache stärkere Beachtung zu schenken, als dies bislang im Wissenschaftsbetrieb üblich war, indem sie das Zusammenwirken von Sinnen, Medien und parallelen Prozessen in den Vordergrund rückt. Hierzu sind auch innovative theoretische Anstrengungen erforderlich, an denen wir uns durch Publikationen, Lehrveranstaltungen und ein breites, teilweise datenbankbasiertes Webangebot (www.kommunikative-welt-de) beteiligen.

Der Lehrstuhl von Prof. Dr. Michael Giesecke hat eine eigene, externe Web-Site. Diese finden Sie hier: Zur Web-Site von Prof. Dr. Michael Giesecke

Mitarbeiter:
>Annett Psurek

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